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Tag 34

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Worte der Bewohner
Freitag, 9.5.2003

9:45 Uhr: Andy lädt alle Bewohner ganz förmlich ein, mit ihm zu frühstücken. Auch wenn sie verwundert sind, nehmen sie an. Und tatsächlich: Der Andy hat ganz alleine Frühstück gemacht. Und was für eines. Mit Eiern und Speck und Würstchen und Cerealien, mit Brötchen, Croissants und Käse, mit Obstsalat und Quark, mit Sekt und Orangensaft – die ganze Küche ist eine einzige Schlemmertafel. Claire fragt Sam ganz leise, woher der Andy bloß die ganzen Sachen noch genommen hat, aber Yasmin unterbricht sie schnell, weil ihr die Sache irgendwie unheimlich ist.

10:04 Uhr: Kaum haben alle Platz genommen, scheppert Andy gleich mehrmals seinen Löffel gegen sein Saftglas, steht auf und tut so, als rücke er sich eine Krawatte zurecht. „Ich möchte eine kleine Rede halten. Eigentlich möchte ich euch nur etwas sagen. Nehmt es mir nicht übel, aber ihr macht mich verrückt. Ihr alle. Und auch dieses ganze Haus hier. Irgendetwas stimmt hier nicht. Ich meine, liebe Claire, du hast gefragt, woher ich all diese Sachen noch habe. Aber ich habe keine Ahnung. Nur warum fragst du dich nicht, woher das Rotkraut mit den Knödeln kam und woher die Kartoffeln. Soviel ich weiß hat doch die ganze Wochenration aus Fleisch bestanden, oder etwa nicht? Weswegen solltest du, liebe Claire, die Regie denn sonst um ein vegetarisches Versöhnungsangebot gebeten haben. Und frag mich bitte nicht, woher ich das weiß. Ich weiß es nämlich nicht.“

Die Bewohner singen!
Die Liebe
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10.36 Uhr: Andy ist immer noch nicht fertig. „Aber nicht nur dieses Haus macht mich wahnsinnig. Vor allem ihr tut das. Dass der Micha, der ja wohl eindeutig ein Kerl in Frauenkleidern ist, was ihm als Masche von Claire schon vor einiger Zeit und seit kurzem ja auch von den Zuschauern vorgeworfen wird, hier drin sein erstes Mal mit einer Frau erlebt haben soll – das habe ich ja gerade noch so durchgehen lassen - aber dass unser Clairchen ihre Jungfräulichkeit im Jahre 2003 im Alter von 20 Jahren und ausgerechnet in einem die Menschenwürde ausbeutenden Fernsehkontainer verliert!!! Wer soll uns das denn bitte abkaufen. Aber: macht ja nichts. Am allerschlimmsten ist sowieso die Regie. Dr. Jackyll und Mr. Arsch würde Marla sagen. Ich meine, warum schneiden die immer die interessantesten Sachen raus. Ich weiß: wenn ich’s nicht weiß, dann wisst ihr’s auch nicht. Aber liebe Micha, ich weiß, dass du sauer auf mich bist, weil du die beiden letzten Nächte, vielleicht sogar die letzten drei Nächste alleine geschlafen hast und die Yasmin irgendwo anders. Aber ich kann dir nicht sagen, wo sie die vorletzte und die letzte Nacht geschlafen hat. Ob bei Sam oder bei mir oder im Garten… na ja, im Garten wohl eher nicht. Und von der letzten Nacht weiß ja wohl keiner mehr, wer wo geschlafen hat.“

12:16 Uhr: Andy ist noch immer nicht fertig. „Wisst ihr, da möchte ich einfach mal aus FOOL ON THE HILL von Matt Ruff zitieren, und zwar die Stelle, an der beschrieben wird wie Mr. Sunshine schreibt. Der schreibt nämlich gar nicht auf Papier, sondern er mischt mit. Und dann steht da folgendes: Da seine Geschichten sich ohne sein Zutun weiterentwickelten, konnte er zwischen den laufenden Arbeiten hin und her springen, ohne je mit einer davon in Verzug zu geraten. Wenn er von einer Sache erstmal genug hatte, übergab er sie den Affen. Sämtlich blind, taub und stumm und doch jedem gewöhnlichen schwerbehinderten Primaten unähnlich, umgaben die Affen Mr. Sunshines Schreibtisch in ungeheuren (aber nicht unendlichen) Scharen. Jeder Affe saß an einer Schreibmaschine, die natürlich keiner gewöhnlichen Schreibmaschine ähnelte, und mischte mit. Da sie allerdings nicht die leiseste Ahnung hatten, worum es eigentlich ging, waren ihre Einmischungen völlig planlos und für gewöhnlich ohne Sinn und Verstand. Das war schon in Ordnung; die Geschichten liefen trotzdem weiter, und ab und zu gelang ihnen auch schon mal ein Treffer. Ein Affe, der am ‚Leben Katharinas der Großen’ herumwerkelte, hatte rein zufällig eine kleine Episode mit einem Pferd eingefügt, über die sich Mr. Sunshine noch tagelang kringelig gelacht hatte (die Zarin dürfte das allerdings nicht so lustig gefunden haben.“ Dann sagte Andy nur noch „Guten Appetit“, setzte sich und fing selbst an zu essen.

13:41 Uhr: Als die Tafel aufgeräumt war, sagte Andy: „So, und jetzt wird weiter an den Karten gearbeitet“. Alle kuschten. Während des Essens hatte er jedes Gespräch mit einem zornig strengen „Psssssst“ unterbrochen. Jeder hielt sich daran.

17:15 Uhr: „So, und jetzt macht ihr Pause und geht einer nach dem anderen in das Sprechzimmer, damit wir nicht schon wieder sanktioniert werden hier drin. In einer halben Stunde wird weitergearbeitet.“

20:02 Uhr: „Können wir nichtmal Pause machen?“ – „Pssst!“

22:00 Uhr: Andy stellt sich zwischen alle ins Wohnzimmer. Alle sehen zu ihm auf und er erhebt seine Stimme ein weiteres Mal: „So, jetzt ist Feierabend.“ Alle atmen auf. „Claire und Sam gehen in das eine Schlafzimmer“, befiehlt er, „und Yasmin und ich gehen in das andere Schlafzimmer. Sie hat also noch nicht ganz Feierabend. Damit weiß dann auch jeder, wo wir sind und was wir machen. Und du Micha, du kannst ja noch ein bisschen aufräumen und dann auf der Couch schlafen. Da gehörst du für heute Nacht nämlich hin.“ „Du spinnst ja wohl total“, schreit Micha. Aber während er Yasmin vor sich in das Schlafzimmer schiebt sagt Andy nur: „Ich weiß.“

Worte der Bewohner

ANDY (14:34 Uhr): „Fragt mich nicht, woher ich das weiß.“

CLAIRE (17:16 Uhr): „Der arme Andy, aber woher weiß der das nur alles?“

MICHA (17:18 Uhr): „Die Frau in mir hat Angst, der Mann in mir möchte den Mützenmann überwältigen. Ich weiß nicht, was ich tun soll.“

YASMIN (17:20 Uhr): „Der Andy ist so ein Arsch. Da hatte ich Gestern mein erstes Mal mit ihm, und jetzt tut der so, als ob nichts zwischen uns wäre.“

SAM (17:22 Uhr): „Also Euch kann ich’s ja sagen: ich finde es eigentlich ganz gut, dass der Andy die Bande hier mal zusammenhält, dann muss ich das nicht immer machen.“
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Schlemmertafel zum Frühstück
Andy redet...
...und redet ... und redet.
Andy befiehlt zu arbeiten!
Yasmin ist sowas von sauer!

 

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