Bewohner   Regeln   Haus  
 
Im Haus...
Kalender
  Einzug
1234567
891011121314
15161718192021
22232425262728
29303132333435
36373839404142
43444546474849
50515253545556
57585960616263

Tag 3

Tag zurück  |  Tag vor
Worte der Bewohner
Dienstag, 8.4.2003

8.15 Uhr: Über dem Haus geht die Sonne auf und es scheint ein schöner, frühlingshafter Tag zu werden, als ein gellender Schrei die Bewohner unsanft weckt. Dieses fast flehende, panische Gewimmer kommt ganz eindeutig aus dem Schlafraum der Männer. Gudrun, Yasmin, Claire und Micha stürzen sofort aus ihren Betten und laufen ins Nachbarzimmer. Sie sehen einen vollkommen in Tränen aufgelösten Andy mit vor Panik entgleisenden Gesichtszügen. Sofort setzen sich Claire und Gudrun zu dem Armen, Claire langt ihm auf die Schulter und Claire drückt fast ein bisschen zu fest seine Hand: "Oh Andy, was ist denn passiert? Was ist los mit dir?" Ratlos stehen die anderen Mitbewohner im Kreis. Verängstigt stammelt Andy: "A-a-eine Sp, eine Spinne!" und zeigt zitternd zur Decke und tatsächlich sitzt dort im Licht der Morgensonne ein Weberknecht direkt über seinem Bett. Alle starren gebannt nach oben und für einen Moment ist es mucksmäuschenstill, bis Wolfgang plötzlich wie ein Medizinmann im Kreis zu tanzen beginnt und vor sich hinsingt: "Ein W, ein W, ein Weberknecht." Die anderen beginnen unvermittelt zu lachen und die Stimmung löst sich, aber nur für einen Moment, als auf einmal eine zornesrote Claire aufspringt und brüllt: "Ihr verdammten Arschlöcher, ihr…, ihr…". Ihre Stimme überschlägt sich dabei: "Raus mit euch, haut einfach ab!" Betroffen verlassen die restlichen vier das Zimmer.

8.35 Uhr: Die drei sind noch allein im geschlossenen Zimmer. Andy beruhigt sich langsam unter Gudruns beruhigenden Zureden: "Hey, das ist doch nur ein Weberknecht. Das ist nicht mal eine echte Spinne, die kann nicht beißen, hat nicht mal Gift!" Claire meint: "Mensch, Tiere musst du nicht fürchten, vor Menschen muss man sich hüten, aber doch nicht vor diesem kleinen achtbeinigen Wesen!". Es sieht so aus, als wäre wieder alles in Ordnung, als Andy plötzlich wirklich zu weinen beginnt. Von beiden Seiten streicheln ihm die beiden Frauen zärtlich über die Mütze, als er leise zu erzählen beginnt: "Ich bin auf einem Bauernhof im Westfälischen aufgewachsen. Hinterm Haus war eine Grube. Mein Vater wollte dort einen Brunnen graben, aber der öffentliche Wasseranschluss kam doch schneller. Ich hatte immer Angst vor diesem Loch, es war mir nicht Geheuer. Eines Tages spielten wir mit den anderen Kindern im Garten Fußball und der Ball fiel hinein. Ich musste ihn wieder rausholen und die Jungs halfen mir runter. Mit zugekniffenen Augen stieg ich runter an den Händen der Jungs." Er zitterte jetzt wieder heftiger. "Die Jungs haben mich einfach fallengelassen und sind lachend fortgerannt. Sie ließen mich einfach zurück! Die Grube war voller Sp, sie war voller Sp… ich konnte nicht brüllen, weil ich Angst hatte, dass sie mir in den Mund gehen würden. Ich hörte meine Eltern den ganzen Abend, die ganze Nacht rufen und suchen. Aber ich kon, ich konnte nicht antworten." Im Zimmer ist es jetzt still und die beiden Frauen drücken ihn ganz fest!

8.40 Uhr: In der Zwischenzeit haben sich die anderen vier Kaffee gemacht und kauen nachdenklich an ihrem Frühstück. Yasmin fragt: "Sagt mal, was machen die denn solange da drin?" Zweideutig meint Micha: "Na, sie werden ihn wohl trösten." Aber die anderen wollen auf diese Antwort nicht weiter eingehen. Sam hat wohl ein schlechtes Gewissen darüber, dass er vorhin mitgelacht hat: "Ey, Wolfgang, aber fair war das vorhin nicht, wie du gesungen hast!" Yasmin gibt ihm einen Schubs von der Seite: "Ach, war doch lustig, das kakakann der schon ab." Da geht die Tür des Männerschlafzimmers auf und eine sichtlich bleiche Gudrun geht in die Küche um einen Pfefferminztee zu zubereiten. Niemand spricht bis Sam aufsteht und zu Gudrun geht: "Sag´ mal, was ist denn los?". Dankbar über diese Ansprache sagt Gudrun ihm, dass alles schon wieder in Ordnung sei. Sie verspricht ihm, später mehr zu erzählen.

9.05 Uhr: Gudrun geht zurück und möchte den beiden Tee bringen und öffnet vorsichtig die Tür. Sie sieht beide regungslos und eng umschlungen immer noch in derselben Ecke sitzend. Sie scheinen jetzt beide zu weinen, daher beschließt sie, jetzt besser nicht zu stören. Mit der Kanne geht sie zurück in die inzwischen vereinsamte Küche und macht es sich dort nachdenklich bequem, während die anderen in den Garten gegangen sind um das schöne Wetter zu genießen.

11 Uhr: Es ist ruhig im Haus. Gudrun räumt die Küche auf. Es ist jetzt schon das zweite mal hintereinander, aber sie beschwert sich nicht, vielmehr scheint sie froh zu sein, ihre Ruhe zu haben und sich mit dieser gewohnten Arbeit abzulenken. Im Garten ist Wolfgang schon seit einer Stunde dabei die Rudermaschine zu bearbeiten. Neben ihm sitzt Sam auf dem Hometrainerfahrrad, allerdings ohne zu treten. Der schwitzende Wolfgang erklärt ihm: "Das solltest du auch machen. Da fühlste dich wie neugeboren. Zuhause mach ich das jeden Morgen! Hält echt fit." "Nee, lass mal. Ich spiele lieber mit dem Ball, alleine mit der Maschine ist es doch langweilig." Dem Körper seines Gegenübers abschätzend erwidert Wolfgang grinsend: "Das sagst du jetzt noch, junger Mann". Ein paar Meter von ihnen entfernt liegt Yasmin, bekleidet mit einem roten Bikini und einem schwarzen Netzkleid darüber, blinzelnd auf einer Decke und versucht möglichst viel der noch kalten UV- Strahlen einzufangen. Nicht weit von ihr sitzen Claire und Andy ebenfalls auf einer Decke und reden leise aufeinander ein. Leider so leise, dass wir sie nicht belauschen können.

12.15 Uhr: Gudrun tritt auf die Veranda: "Manschare! Essen ist fertig!" Es gibt Kartoffeln mit Quark. Claire ist glücklich, dass Gudrun etwas Vegetarisches zubereitet hat: "Schön, ich bin nämlich Veganerin!". Die Köchin lächelt, aber Wolfgang geht zum Kühlschrank und macht sich eine Dose Wienerwürstchen warm, was aber von den Mitbewohnern nicht weiter thematisiert wird.

12.35 Uhr: Die Mitbewohner sind alle auf ihre Weise satt geworden, entspannt will sich Yasmin eine Zigarette anzünden, als Claire erbost aufspringt: "Du kannst doch jetzt nicht Rauchen! Hier!" Sofort zickt Yasmin zurück: "Und wer will mir das sagen? Darfst du das jetzt entscheiden?!" Sam versucht zu beruhigen: "Hey Mädels, wer wird denn gleich in die Luft gehen?" Es entwickelt sich eine Diskussion, während Yasmin ungerührt ihre Zigarette raucht.

13.20 Uhr: Ende der Diskussion. Folgendes haben die Mitbewohner beschlossen: Im Wohnzimmer darf geraucht werden, denn dieser Raum lässt sich gut lüften und ist auch der Größte. Aber in den anderen herrscht ab jetzt striktes Rauchverbot. Yasmin enthält sich ihrer Stimme.

15.20 Uhr: Nachmittags zieht der Himmel zu und es sieht ganz nach Regen aus. Man beschließt, einen Spielnachmittag zu veranstalten. Sam, Wolfgang und Yasmin nehmen sich die Karten vor für eine Skatpartie, die anderen entscheiden sich für das Mensch-Ärger-dich-nicht. Am Kartentisch wird es etwas lebhafter und die ersten Bierflaschen werden geöffnet. Scheinbar ist das Brettspiel nicht ganz so rasant.

17.05 Uhr: Andy hat verloren, aber Claire nennt ihn den vierten Sieger. Wortlos verlässt er das Wohnzimmer in Richtung Garten. Gudrun zieht sich mit Kopfweh zurück.

20.35 Uhr: Während sich die Hütchenrunde inzwischen schon lange aufgelöst hat, ist am Kartentisch immer noch Stimmung, auch dank der vielen aufgereihten Bierflaschen, die auf dem Tisch kaum mehr Platz für das Spielblatt lassen.

23.05 Uhr: Sam steigt aus und verabschiedet sich. Claire, Micha und Gudrun, die kurzzeitig noch mal mit einem Buch aufgetaucht war, haben auch schon "Gute Nacht" gesagt. Von Andy immer noch keine Spur, Claire hat zwar schon nach ihm geschaut, konnte ihn aber nicht finden.

23.30 Uhr: "Komm, noch auf ein letztes Bier!" meint Wolfgang zu Yasmin und sie setzen sich auf das Sofa. "Sag mal, was machst du so eigentlich, Yasmin" "Ach, jetzt wirst du bestimmt lachen: ich arbeite in einer Begleitagentur, habe mal eine Ausbildung als Zahnarzthelferin gemacht, aber da erlebst du ja nix!" Wolfgang lacht wirklich und meint mit einem deutlich süffisanten Unterton: "Da erlebst du aber jetzt bestimmt viele interessante Sachen?" "Ach, nicht was du denkst, darum geht es gar nicht. Einfach nur ums Begleiten. Das sind ja nicht mal alle Hetros. Neulich wurde ich von Alfred Biolek gebucht. Der hatte aber gleich noch einen Zwanzigjährigen dabei, der hatte noch Flaum im Gesicht. Na, jedenfalls, von unserer Agentur war der nicht." Beide feixen. "Und, was ist passiert?" "Nix, er hat dem Kleinen die ganze Zeit aus einem Theaterstück vorgelesen. Dann hat er auch noch gesungen und das war mir voll peinlich, die Leute haben rüber geschaut. Aber von Nahen sieht der Typ echt krass aus, noch schlimmer wie im Fernsehen. Und spucken tut der auch. Iih. Keine Ahnung, warum der mich mitgenommen hat. Der Kleine fand mich jedenfalls interessanter als der." Beide grinsen wissend. "Und was machst du so, Wolfgang?" "Ach, ich bin Lebenskünstler…" "Na, als Lebenskünstler kannst du ja auch allein ins Bett gehen"- und kokett verschwindet sie im Sprechzimmer.

Worte der Bewohner

Micha (9.50 Uhr): "Wow, da habe ich mich ja wirklich für´s bessere Geschlecht entschieden. Da war ja die Hölle los heute morgen bei der Krönung der Schöpfung. Trotzdem hoffe ich, dass die Grabbeltiere in Zukunft das Nachbarzimmer meiden.“

Andy (11.55 Uhr): "Sorry für den Stress, aber Spinnen machen mich echt wahnsinnig. Ich brauche noch ein bisschen Luft heute, aber heute ist nicht alle Tage, ich komme wieder, keine Frage!“

Gudrun (13.40 Uhr): "Das mit dem Andy hat mich heute sehr mitgenommen. Er scheint ein bewegtes Leben hinter sich zu haben. Ich finde es nett, wie Claire sich um ihn kümmert. Sie scheint sowieso eine aufgeweckte junge Dame zu sein, vielleicht ein bisschen aufbrausend, aber das ist ja normal in dem Alter.“

Sam (13.55 Uhr): "Ich finde es Klasse, dass wir uns so gut mit dem Rauchen verständigt haben. Ich rauche zwar auch manchmal, aber ich finde es schon ganz okay, auf die anderen ein bisschen Rücksicht zu nehmen. Wir wollen ja ganz easy hier miteinander umgehen.“

Claire (14.30 Uhr): "Der Andy scheint ja ganz krasse Dinger als Kind erlebt zu haben. Aber ich finde es gut, dass er es rauslässt. Eigentlich geht er ganz gut damit um und ich glaube wir haben einen Draht zueinander. Ach ja, und der Wolfgang ist ein Arsch. So kann man doch nicht mit einem Menschen umgehen. Leute, ihr wisst, wen ihr wählen müsst!“

Wolfgang (18.05 Uhr): "Die Yasmin hat echt Klasse. Frauen mit Humor sind selten, und ihr könnt mir glauben, ich weiß, von was ich spreche. Lässt sich von diesem Psychopaten nicht einschüchtern - Kein: 'Ach, du armer, armer Psychopath. Hat dich dein Vater in Frauenkleidern erwischt?' Naja, ich glaube ich werde es heute mal bei ihr versuchen, aber erzählt nichts weiter, Leute!“

Yasmin (0.55 Uhr): "Gut aussehen tut er ja schon, der Wolfgang. Aber ich kenne die Männer, der wird wohl noch ein bisschen zappeln müssen. Den dürft ihr mir nicht zu früh rauswählen, Freunde! Und jetzt gehe ich ein bisschen beschwippst in mein kleines, kaltes Bettchen. Gute Nacht, da draußen!“
dieser Tag
Tag zurück  |  Tag vor

Claire brüllt: RAUS!
Andy muss jetzt beruhigt werden.
Sag mal, was ist denn los?
Gudrun hat für alle lecker Kartoffeln gekocht.
und ein erster Flirt im Hause fk7...

 

nach oben